Mein Leben – ein Film?

Ein kleiner Impuls zum Nachdenken


Du aber, was richtest du deinen Bruder?
Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder?
Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.
(Römer 14, 10)


Kürzlich las ich ein Buch mit dem Titel „Die Ewigkeit im Herzen“ von John Bevere. Als roter Faden zog sich das Bibelwort aus Römer 14,10+12 durch dieses Buch. Dort schreibt Paulus: „Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden…. Also wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.“

Beim Lesen wurde mir eindrücklich vor Augen geführt, dass mein Leben einem Film gleicht, der mit meiner Geburt begann und bis zu meinem Tod weitergedreht wird. Dieser Film wird einmal in der Ewigkeit vor aller Augen abgespielt werden. Die Bibel erzählt von einem Buch in dem ALLES aufgeschrieben wird, egal ob jemand sein Leben als Christ oder als Nichtchrist geführt hat.

Plötzlich hatte ich diesen meinen Film im Kopf und mir wurde klar, dass darin auch jeder böse Gedanke anderen Menschen gegenüber aufgezeichnet wurde, ganz zu schweigen von den bösen Worten und Taten in meinem Leben. Ich weiß, dass Jesus mir vergeben hat. Mit dieser Hoffnung darf ich leben und sterben. Dennoch bin ich sensibler geworden gegenüber meinem Nächsten. In Gedanken stelle ich mir vor, dass wir alle, ohne Ausnahme, vor diesem Richter stehen. Und dann werde ICH gerichtet. Da kann ich nur beten: „Gott sei mir Sünder gnädig!“

Mein Fazit aus diesem Buch ist: Ich will mich jeden Tag bewusst in Gottes Hände begeben, will mich von ihm und seinem Wort leiten lassen, aus seiner Vergebung leben und vergebend auch meinem Nächsten begegnen. Ach ja, mein Nächster… Er ist mir von Gott anvertraut. Wehe mir, wenn ich ihn verurteile und zu Fall bringen will. Dann geht Gott ganz hart mit mir um. - In unseren Gemeinden ist es enorm wichtig, Vergebung auch zu praktizieren!

Ein Beispiel aus einer Predigt ging mir ziemlich an die Nieren. Da ging es um einen Christen, der zutiefst erschüttert war von seinen Mitchristen, weil sie ihm nicht vergeben wollten. Er sagte: „Die christliche Gemeinde ist die einzige Armee, die ihre verwundeten Soldaten auch noch totschießt.“ Wehe uns, wenn wir solche „schießwütigen“ Soldaten in unseren Gemeinden haben. Eine Gemeinde soll sich immer an ihrem schwächsten Glied orientieren.

Ich wünsche mir, dass ein Christ, egal in welcher Gemeinde er integriert ist, ernst macht damit, nach dem Vorbild Jesu im Alltag zu leben.


Ihre Karin Montag