Landeskirchliche Gemeinschaft Stralsund

Kleine und große Gelegenheiten

Ein kleiner Impuls zum Nachdenken

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11,1

Diese Definition für Glauben aus dem Brief an die Hebräer ist so griffig, so konkret. Darum gefällt sie mir so gut.

Vielleicht habt Ihr schon Gespräche geführt mit Menschen, die euch versicherten: „Ja, ich glaube auch an ein höheres Wesen.“ Andere winkten ab und argumentierten: „Ach, glauben heißt doch „nicht wissen“.“ Glaube, so heißt es hier, ist eine feste Zuversicht, eine Wirklichkeit, eine Grundlage, eine Substanz, also gerade nichts Unsicheres, Ungewisses. Der Glaube gründet sich auf Tatsachen, nämlich auf das Wort Gottes. „Wenn sich unser Glaube nicht auf das Wort Gottes gründet, dann ist es überhaupt kein biblischer Glaube. Der Glaube muss sich auf das gründen, was Gott sagt. Die Frage ist also, ob wir dem Wort Gottes glauben oder nicht. Manche Menschen kommen mit der Ausrede daher, sie hätten “verstandesmäßige Schwierigkeiten", aber das ist gar nicht das eigentliche Problem. Das, was Menschen wirklich vom Wort Gottes fernhält, das ist die Sünde. Es ist die Sünde in ihrem Leben, die sie davon abhält zu Gott zu kommen. Man muss mit dem Herzen glauben. Wer bereit ist, seine Sünde aufzugeben, dem wird der Heilige Geist auch die Wahrheit des Wortes Gottes erschließen.“ (Vernon McGee, "Durch die Bibel")

„Glaube ist nicht das „Für wahr halten“ von Lehrsätzen und Wahrheiten über Gott und den Glauben. Glaube ist das „Sich selbst bereithalten“ für die Zukunft Gottes. Und er ist die Fähigkeit, jetzt schon so zu leben, als habe diese Zukunft bereits begonnen.“ (Volkmar Hamp, Was Glaube ist)

Oswald Sanders drückt es so aus: “Der Glaube ermöglicht es der gläubigen Seele, die Zukunft als Gegenwart und das Unsichtbare als Sichtbares zu betrachten."

In einem afrikanischen Land herrschte große Dürre. Die Gemeinde berief daraufhin eine Gebetsversammlung ein. Die Erwachsenen schauten verdutzt, als ein kleines Mädchen mit einem Regenschirm erschien, bei völlig wolkenlosem Himmel. „Wir beten doch für Regen“, erklärte sie „und ich will auf dem Heimweg nicht nass werden.“

Ist unser Glaube auch so groß wie der dieses Mädchens? Ich wäre wahrscheinlich auch ohne Regenschirm hingegangen. Wie gut, dass wir diesen Glauben nicht selbst produzieren müssen. Wir dürfen uns auch in den Zeiten des Zweifels bei Jesus gut aufgehoben wissen. Er hält uns fest, so dass wir allen Widerständen zum Trotz bis ans Ende durchhalten können.

Ich möchte euch ermutigen, die Liste der Glaubenshelden in diesem Kapitel zu lesen. Da wird deutlich, dass Gott Gefallen an ihnen hat, da sie trotz großer Widerstände und vieler Leiden bis ans Ende ausharrten, weil sie auf die himmlische Belohnung, das Unsichtbare schauten.

So wünsche ich uns, dass wir einen Glauben haben, der nach vorne und nach oben blickt, zu Jesus, zum Ziel hin.

Eure/Ihre Predigerin Gertrud Kurrle